Wissenswertes zu Ludwig II.

Wir haben in der Klasse 3a über die Entstehung und die Entwicklung von der Stadt Erlangen gesprochen. Dabei wurde immer wieder von Ludwig I. erzählt, der immer wieder in Erlangen zu Besuch war, um verschiedene Dinge, wie z.B. die Statue vor dem Schloss einzuweihen (1843).

War das etwa der Märchenkönig, der das berühmte Schloss „Schwanstein“ erbaut hat?



Nein, das war sein Großvater gewesen. Aber wir, Emil, Liam und Felix wollten mehr wissen von dem sagenumworbenen Enkel und hielten ein Referat über ihn. Wir hoffen, dass ihr unsere Texte mit Interesse lest und ein bisschen neugierig auf diesen besonderen König seid, der München liebte und um dessen Leben sich viele Geschichten ranken.

Es war einmal und ist noch heute

Ludwig II., König von Bayern lebte vor über 100 Jahren. Er liebte Märchen genau wie schöne Schlösser. Deshalb ließ er drei prächtige erbauen. Das erste, Schloss Neuschwanstein, ragt im Allgäu auf einem Berg in den Himmel. Das zweite heißt Schloss Linderhof und liegt versteckt am Fuß eines Berges in der Nähe von Oberammergau. Das dritte Schloss ließ er auf einer Insel im Chiemsee bauen. Er nannte es Herrenchiemsee.
Ludwig wurde am 23.August 1845 geboren. Sein Vater, König Maximilian II. ordnete die Diener an, die Geburt erst zwei Tage später bekannt zu geben, da an diesem Tag sein Großvater Ludwig I. Geburtstag und Namenstag feierte. Maximilian wollte mit dem „falschen“ Geburtsdatum seinem Vater eine Freude bereiten.
Eines Tages spiele Ludwig mit Sissi, der späteren Kaiserin von Österreich, und ihrer Schwester Sophie im Schlosspark. Da kam eine Zigeunerin vorbei und setzte sich vor dem Parktor auf eine Bank. Sie sagte: „Ich kann aus euren Händen eure Zukunft lesen.“ Nachdem sie dies getan hatte, prophezeite sie Ludwig, dass er einmal im Wasser umkommen würde.
Eines Tages ging der 16-jähreige Ludwig im Garten spazieren. Er bleib vor dem stolzen Metallschwan, der in der Mitte des Brunnes angebracht war, stehen und beobachtete die glitzernde Wasserfontäne, die aus seinem Schnabel in die Höhe stieg. Plötzlich drehte die Figur den Kopf zur Seite und blickte den Prinzen an. Ludwig erschrak und wich einen Schritt zurück. Doch der Schwan sagte zu ihm: „Hab keine Angst, mein Prinz. Ich bin dein Freund. Wenn du einmal in Not bist, dann rufe dreimal „Hilf mir, Schwan! Ich werde sofort kommen und dir helfen.
Kronprinz Ludwig war eine junger Mann geworden. Plötzlich wurde sein Vater, König Max, krank. Die Ärzte hatten keine Hoffnung mehr. Um 5 Uhr in der Früh läutete die Bennoglocke des Münchner Doms. Sie erinnerte die Leute daran, für den todkranken König zu beten. Fünfzehn Minuten vor 12 Uhr mittags starb der König. Als Ludwig das Totenzimmer verließ, verneigten sich die Diener mit den Worten; „Majestät!“ vor ihm. Da erst wurde ihm bewusst, dass er nun der neue König war. Kreidebleich ging Ludwig weiter. Ängstlich dachte: „Ich bin doch erst 18 Jahre alt und soll nun ein ganzes Land regieren.“ Bei dem Begräbnis versprach er, dass er alle Menschen gerecht behandeln würde und dass alle besser verdienen sollten. Alle Zuhörer waren sehr stolz auf ihn. Kinder bekamen sogar von ihm zu Weihnachten und zu ihrem Geburtstag Geschenke.
Schon als Kind baute oder zeichnete der Märchenkönig tolle Schlösser. Als König ließ er sie dann wirklich bauen. In diese Schlösser wurden viele witzige und praktische Neuerungen eingebaut, die er sich entwickelt hatte. Allerdings kosteten die drei Schlösser so viel Geld, dass er Schulden machen musste und oft Geldsorgen hatte.
Einmal lud Ludwig Sissi in das Schloss Linderhof ein. Als er sie in das Speisezimmer führte, befand sich da kein Esstisch. Sissi scherzte und fragte: „Essen wir etwa auf dem Boden?“ Plötzlich öffnete sich mitten im Zimmer ein Loch im Boden und heraus kam ein fix und fertig gedeckter Tisch. Dieser war bereits in der Küche, die unter dem Speisezimmer lag, gedeckt worden und wurde so durch den im Loch befindlichen Aufzug nach oben befördert. Damit konnte Ludwig mit seinen Gästen alleine speisen ohne dass Diener ständig um sie herumwuselten.
Ludwig war ein Träumer. Zum Beispiel träumte er von einem Schwan, der ihn im Boot sitzend durchs Wasser zog. So gibt es in Schloss Linderhof und Schloss Neuschwanstein Grotten mit Wasserbecken, in denen er Boot fahren konnte und der Musik von seinem Freund Wagner lauschen konnte.
Eines Tages war sein Diener, der ihm sein Essen brachte, erkrankt. Der Vorreiter nahm seine Stelle ein. Da er ungelernt war, rutschte der Fisch von der Platte und er musste ihn in der letzten Sekunde mit der Hand festhalten. Der König wurde wütend und schimpfte ihn sehr. Im Nachhinein tat ihm dies aber so leid, dass er dem Vorreiter am nächsten Tag eine goldene Uhr schenkte.
Nicht alle Menschen im Lande waren mit der Art und Weise zufrieden, wie Ludwig als König das Land regierte. Sie waren der Meinung, dass er zu viele Schulden machte und hatten Angst, dass er das Land dadurch in den Ruin treiben könnte. Deshalb bildete sich eine Gruppe, sie nannte sich Fanggruppe, die ihn fangen und festnehmen sollte und ihn letztlich als König absetzen sollte. Der erste Versuch misslang, da die Baronin Truchseß auf seiner Seite stand und zusammen mit der Polizei und einigen Bauern die Attentäter vertrieb. Beim zweiten Versuch allerdings hatte sie Erfolg. Mit dem gefangenen Ludwig machten sie sich mit Kutschen Richtung Starnberger See auf. Als an einem Postamt die Pferde gewechselt werden mussten, bat Ludwig um ein Glas Wasser. Dabei fiel eine Träne in das Glas und die Postleiterin betrachtete es danach als ihren wertvollsten Besitz. Er wurde im Schloss Berg festgehalten und schmiedete dort Pläne für die Flucht, der er selbst wollte weiterhin König bleiben. Als er dann eines Tages mit seinem Leibarzt Doktor Gudden spazieren, ging soll er ins Wasser gerannt und weggeschwommen sein. Was dann passierte, weiß niemand genau. Es ist bis heute ein Rätsel. Sein lebloser Körper wurde später im Wasser gefunden.
Sein toter Körper wurde in einem Sarg in die Michaelskirche gebracht. Auf einmal donnerte es laut. Einige Menschen waren der Meinung, dass das kein Donner war, sondern eine dröhnende Stimme, die rief:


„Der König lebt!“